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Original Text auf Französisch: Quand le feu est rouge…

 

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Der Text:

Hallo! Servus! Ich bin Amélise! Die Französin von Ottakring. Willkommen bei meinem Podcast. Ich habe viele Geschichten über mein Leben in Wien und ich hoffe, dass es für euch auch spannend wird. Was hat sich seit du in Österreich lebst in deinem Alltag verändert. Diese Frage stelle ich oft Lesern und Leserinnen, von denen ich ein Portrait mache. Diese Frage sollte ich mir aber auch stellen! Ich hatte euch schon in einem früheren Podcast übers Einkaufen in Österreich erzählt, aber es gibt noch was Anderes. Die rote Ampel… Rote Ampeln gibt es in Frankreich auch, aber der Umgang damit ist ein bissi unterschiedlich. Als ich nach Wien kam, war ich erstaunt, dass alle, obwohl es überhaupt kein Auto gab, auf die grüne Ampel warteten, um die Straße zu überqueren. In Frankreich wartet man nur, wenn die Autos einem keine Chance geben die Straße zu überqueren. Und der Fußgänger ist dort der König! Oder die Königin! Laut den Regeln gibt es keine Pflicht bei der roten Ampel zu warten. In Frankreich ist es ein Privileg! Ich fand es gut, dass die Leute in Österreich sich streng an die roten Ampeln hielten. So wartete ich Wochenlang bei jedem Wetter und in allen Situationen auf die grüne Ampel. Ich dachte, dass ich, um mich richtig an meine neue Heimat anzupassen, es auch machen sollte. Einmal kam ich aber auf die Idee meine Individualität zu zeigen. Ich fing an, wie in Frankreich bei Rot über die Straße zu gehen. Das heißt, dass man über die Straße geht, wann man will, wenn es nicht gefährlich ist. Dann merkte ich, dass mich viele Leute in meiner Freiheit beim Überqueren der Straße nachahmten. Ich war stolz! Ich fühlte mich als Pionierin einer Bewegung. Aber nur bis ich eine Mutter mit einem 2-jährigen Kind hörte. Sie sagte: „Was die Dame macht, ist nicht gut! Man soll auf die grüne Ampel warten!“ Ich schämte mich sofort und lief weg. Was! Meine Freiheit beim Überqueren der Straße schadete der Kindererziehung! Oh nein! Ich musste aufhören. Aber nur, wenn es um mich keine kleinen Kinder gab. Seitdem nahm ich meine Umgebung aufmerksamer wahr. Später erzählte mir ein Freund, dass über die Straße gehen, wenn es rot ist, strafbar ist. Was? Dann habe ich auch darauf geachtet, ob die Polizei ums Eck kam. Meine Aufmerksamkeit wurde noch grösser. Wow! Die ganze strategische Beobachtung der Umgebung um höchstens 2 Minuten auf dem Weg zu gewinnen. Ein bissi lächerlich. Findet ihr nicht? Deshalb mache ich es nicht mehr so oft, sondern warte meistens brav. Und dank der roten Ampel habe ich auch sehr viele Sachen um mich entdeckt! Wie zum Beispiel die komischen Farben von manchen Wohnhäusern, Wohnhäusern wo berühmte Musiker oder Schriftsteller gewohnt haben, kleine Geschäfte, lachende Passanten et cetera. In Frankreich warte ich jetzt auch auf die grüne Ampel, was Freunde und Familie meistens nervt. „Worauf wartest du?“ „Wir müssen uns beeilen!“ und weitere solche Fragen und Ausrufe höre ich die ganze Zeit. Ehrlich gesagt, das finde ich super lustig. Auf die grüne Ampel warten ist auch zu meiner Freiheit geworden!

 

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Vendredi 21 février à 19h

Stand-up avec Tahnee !!!

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